SPD Parteitag
Vom 31.05. bis 05.06.1931 fand der SPD-Parteitag in Leipzig statt. Er war der letzte vor dem Verbot der SPD und aller Parteien durch die Nationalsozialisten.
Der Rote Kämpfer
blickte pessimistisch auf den bevorstehenden SPD-Parteitag : „Wir stehen morgen vor der bürgerlichen Koalition einschließlich Hitler; wir stehen vor weitern Kniefällen; neuen Trümmerhaufen trotz offizieller Zahlenzunahme und am Ende vor der Spaltung der Partei. Eine verheerende Perspektive.“1
Die SPD verbietet die Mitarbeit am Roten Kämpfer
Direkt nach Ende des Parteitags wird „Der Rote Kämpfer“ auf den Partei-Index gesetzt. Die Mitarbeit und die Verbreitung des Magazins wird mit dem Parteiausschluss bedroht.

Original Wortlaut des SPD-Beschlusses:
„Unter Berufung auf die in den Verhandlungen in Leipzig erfolgten Mitteilungen über die in Köln erscheinende und im ganzen Reich verbreitete Z e i t s c h r i f t
„Vorwärts“ Nr. 269, 12.Juni 1931, Mo.
„D e r R o t e K ä m p f e r“
fasste der Parteivorstand in seiner Donnerstagssitzung folgenden Beschluss:
Die Zeitschrift „Der Rote Kämpfer, marxistische Arbeiterzeitung, Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Josef Prenner, Köln, Roonstr. 43, II, Druck: H. Walzer u. Co., Düsseldorf,
i s t e i n p a r t e i f e i n d l i c h e s u n d
p a r t e i s c h ä d i g e n d e s O r g a n. In der Zeitschrift, die angeblich von Sozialdemokraten für Sozialdemokraten herausgegeben wird, d i e a b e r i n
i h r e r g a n z e n A r t k o m m u n i s t i s c h e r
S p a l t u n g d i e n t, werden fortgesetzt in den Artikeln, die a l l e a n o n y m erscheinen, die schwersten Beschimpfungen und Verleumdungen gegen die Partei verbreitet, die geeignet sind, das Ansehen der Partei zu schädigen und das Vertrauen in ihr zu erschüttern. Die Herausgabe und Verbreitung der Zeitschrift „Der Rote Kämpfer“, sowie die Mitarbeit an ihr i s t e i n
p a r t e i s c h ä d i g e n d e s
V e r h a l t e n.“
Berlin, den 11. Juni 1931
Der Parteivorstand2
Reorganisation „Der Rote Kämpfer“
Während des Leipziger Parteitags strebten die verschiedenen Kreise rund um „Der Rote Kämpfer“ den Aufbau einer zentralen Organisation an.
Die SWV (Sozialwissenschaftliche Vereinigung) beteiligte sich erheblich an den Druckkosten des Magazins und nahmen Einfluss auf die redaktionelle Gestaltung.
Der Rote Kämpfer erschien seit Mai 1931 in einer Gesamtauflage von 4.000 Stück, 1.000 Exemplare hiervon wurden in Berlin vertrieben.
Die vermehrte Einflussnahme durch die SWV und die damit einhergehenden Uneinigkeiten über die Kernlinie der Redaktion führte zur Spaltung der Kölner Studentengruppe.
Die von Hans Mayer geführte Gruppe zog sich aus der Redaktion weitgehend zurück.
Redaktionswechsel
Als Herausgeber fungierte weiterhin der Mittelschullehrer Josef Prenner, er war aber zu diesem Zeitpunkt nur noch „Strohmann“.
Die Beiträge ab der Ausgabe 8 im Juli 1931 wurden hauptsächlich von Karl Schröder (baute ab 1928 die Berliner SWV auf) und Arthur Goldstein verfasst.
Ab September 1931 wurde „Der Rote Kämpfer“ vollends unter der organisatorischen Leitung von Franz Peter Utzelmann in Berlin herausgegeben.
Zusammenschluss der RK-Gruppen
Ab Juni 1931 schlossen sich auf Initiative des SWV die RK-Gruppen im gesamten Reich zusammen. Dies wurde auch vom Ausschluss durch die SPD – Parteiführung gefördert.
- Der Rote Kämpfer, 1. Jg., Nr.7, Köln, 27.05.1931, S.2 ↩︎

Hinterlasse einen Kommentar…